OLAP Funktionalität in Excel?

OLAP Funktionalität kostet, Excel kann das?

OLAP steht für OnLine Analytical Processing und wird von seinem Namen überholt. Die bahnbrechende Technologie, um transaktionale Datenbanken  analysierbar zu machen,  wird selbst von Rechen- und Speicherleistung überholt. Herausgefordert wird der Wissensarbeiter heute von Fragestellung,  Datenqualität, Verteilungswahl, Software-Wahl und eigener Kompetenz. Bevor ein System angeschafft, oder Daten „kostenfrei“ auf fremde Analyse-Plattformen geladen werden, ein Blick auf die OLAP Funktionalität von Microsoft Excel.

Warum? Weil Excel für die Analyse viel bietet, außer einer Datenbank.

Genau, Excel ist hervorragend für die Modellierung, als Analyse Werkzeug bestehender Datenbanken und für die Erstellung einmaliger, von einer Person zu erstellender Projektchen geeignet.

Vorneweg:

Klick auf eine Zeile und F11 erzeugt ein neues Blatt mit einem Diagramm. Cool. Klick um zu Tweeten

2016-04-05 f11 excel schnell analyse

Die Pivot Tabelle

Power Pivot – eine Einführung bei MS hier – ist ein leistungsfähiges Werkzeug.  Die einfache Pivot Tabelle – mit Alt+N+P schnell erreicht – ermöglicht OLAP ähnlich

  1. den Drill Down auf Millionen von Daten in der Datei – die aus beliebigen Datenquellen simpel geladen werden kann.
  2. Zeilen beliebig zu gruppiert und mit Zwischensummen zu versehen werden
  3. Datenschnitte für die visuelle Identifikation des relevanten Datenbereiches zu identifizieren

Jede Zelle der Pivot Tabelle führt über die rechte Maustaste zu einem neuen Blatt mit den Details der Zelle und weiterer Daten.

2016-04-05 excel pivot detail drill thorugh

Mit der Gruppierung von Elementen per Markierung, rechter Maustaste, Gruppierung – für die Zeit wird automatisch eine Hierarchie angeboten – bleibt die Basistabelle unmodifiziert. Die Gruppierung gilt weiter, ändern sich Inhalt der Pivot Tabelle.

2016-04-05 pivot zeile gruppierungpng

 

Der Datenschnitt ermöglicht alternativ die Auswahl beliebiger Elemente direkt in der Datei.

2016-04-05 excel datenschnitt

Berichte in Excel mit multidimensionaler Funktionalität?

Grundsätzlich empfiehlt die Papier produzierende Excel Gemeinde Eingabe, Kalkulation und Ausgabe zu trennen. Mit dem realen Beispiel mehrere Blätter „Umsatz je Einheit“ in einem Gesamt Bericht zusammen zu fassen, fangen wir an. Sind die Berichte gut erstellt, kann die Summe über die Blätter erfasst werden.

Es existieren diverse dreidimensionale Formeln; namentlich betrachtet sinnvoll. Aus der Grafik ist ersichtlich, das wie beim Zellbereich auch ein Blattbereich verwendet werden kann. Beide Bereiche verhalten sich identisch, wird ein Blatt dazwischen eingefügt, wird es übernommen.

2016-04-05 dreidimensional formeln

Solver und Analysis für den vorausschauenden Kaufmann

Die Werkzeuge sind als Add In verfügbar und ermöglichen dem Modellierer erste prädiktive und präskriptive Analysen. Essentiell ist es, die Funktionalität hinter Verteilungen wie Binominal, Normal- und Poisson-Verteilung zu verstehen. Ist das Wissen lückenhaft, birgt eine professionelle Lösung auf großen Datenbeständen – auf Big Data wird bewusst verzichtet –  unbekannte Risiken.

Mit dem Solver, der Zielwertsuche, wird für eine Funktion unter Nebenbedingung die optimale(n) Lösung(en) gesucht. Jede Funktion, gerade in der Planung, ist ein Modell und damit ein Ausschnitt der relevanten Fragen. Oder in Anlehnung an Einstein: „wenn ich eine Stunde hätte, um die Welt zu retten, würde ich 55 Minuten das Problem formulieren und 5 Minuten auf die Lösung verwenden“. Werkzeuge ersetzen das Denken nicht. #BigData #Planung #CPM Klick um zu Tweeten

Die Analysefunktionen ermöglichen bspw. Zufallszahlen einer Verteilung nach zu generieren. Eine einzelne oder ein paar wenige Beobachtungen können mit einer angenommenen Verteilung so viele unterschiedliche Beobachtungen simulieren. Im Ergebnis streben die Werte zu den Charakteristika der Verteilung und ermöglichen Einsichten, die mit etwas mehr Konfidenz dargestellt werden können. Beispiel: Die Bahn fährt einem zweimal vor der Nase weg und führt zu 5 Minuten Wartezeit? Werden Ankunftszeiten der Bahn Standard-Rechteck verteilt, analysieren wir uns zu einer erwarteten Ankunftszeit von 2,5 Minuten.

Hierzu gibt es eine Fülle von Dokumentationen online.

Microsoft Excel – schlussendlich auch Google Spreadsheets – bieten eine Fülle an Funktionalität für den Wissensarbeiter von heute. Das zentrale Werkzeug im Controlling besser verstehen und besser nutzen zu können ist ein Vorteil. Einfach gerechnet bringt, bei einem halben Arbeitstag mit Excel, die 10% produktivere Nutzung den Feierabend um gut eine halbe Stunde nach vorne. Und selbst der versierte Excel Nutzer kann sich spielend um diesen Wert entwickeln. Warum nicht vor „fortschrittlichen“ Analyse und Business Intelligence Systemen das Controlling inhaltlich einen Schritt weiter zu entwickeln?

Welche Big Data Fragen der CFO stellen kann.

CFO, Prozesse, Fragen

Neben Finanzen, Verträgen und der Führung seiner Abteilung, verantwortet der CFO im Wesentlichen die Prozesse von

  1. Bestellung zu Zahlung,
  2. Auftrag zu Zahlungseingang,
  3. Datenerfassung zur Informationsverwendung.

Das ERP System, Datenwarenhäuser, Business Intelligence und Planungswerkzeuge wie Adaptive Insights – und natürlich überall Excel – sind technische Helferlein. Deshalb führt der Finanzvorstand oft die IT Abteilung gleich mit. Die verbleibenden CxO Kollegen führen eigene Analysen auf eigenen Systemen durch. Neben der erfassten Bestellung von Material, stellt der Produktionsleitstand laufende Bänder sicher. Neben der Rechnung an den Kunden, arbeitet sich Marketing und Vertrieb mit dem CRM System und Google Analytics vom Erstkontakt bis zum Vertragsabschluss. Beides erzeugt digitale Informationen, die neben dem ERP System bestehen. Das viel zitierte Silo existiert dabei mehr im Kopf als in der Realität, die Systeme sind in der Regel offen.

Beantwortet Business Intelligence grob Fragen auf Bekanntem, soll Big Data Antwort auf unbekannte Fragen liefern Klick um zu Tweeten

Beantwortet Business Intelligence grob Fragen auf Bekanntem, soll Big Data Antwort auf unbekannte Fragen liefern. Bessere Entscheidungen sind mit weniger zu erreichen, wenn der CFO seinen Kollegen die richtigen Fragen über die Zukunft stellt. Warum das möglich ist? Weil keine Entscheidung über Investitionen, kein individuell verhandelter Vertrag mit einem Kunden und keine neue Stelle ohne Zusage seiner Abteilung getroffen werden kann. Also fragen, nur was?

CxO Herausforderungen und ?

  • Strategische Fragen fallen in das Ressort des Vorstands und sollen strategische Potentiale und damit Umsatz identifizieren und realisieren. Welche externen Datenquellen unterstützen uns dabei? Welche Annahmen können wir mit Daten unter- oder widerlegen? Was zeigen uns Daten aus vergangenen Initiativen?
  • Der Produktionsprozess ist eng mit dem Working Captial und den Umsätzen verwoben. Kann mittels Sensoren der Verschleiß von Großteilen beim Kunden und damit die Wartungs-Profitabilität optimiert werden? Können wir unser Descriptive, Prescriptive und Descriptive Analytics Kompetenz ausbauen?
  • Marketing und Vertrieb haben in digitalen Unternehmen die ausgeprägteste Analyse-Kompetenz. Das sollte so sein. Um einen Kontakt in das CRM System einzutragen, kann immenser, langjähriger Aufwand notwendig sein. Wie wird die typische Anbahnung durch Daten unterstützt? Wie können wir von vergeblichem Aufwand lernen, auf notwendige Produkt- oder Preis-Änderungen schließen? Welche Informationen über den Lebenszyklus können wir treffen, wie wahrscheinlich ist der Folgeauftrag oder die Verlängerung?
  • HR und Big Data, bzw. Analyse allgemein ist in Deutschland ein heikles Thema. Wie können Kompetenzen erweitert gesucht werden? Können wir Mitarbeiter und deren soziale digitale Interaktion einbinden? Wie können wir die Leistung der Mitarbeiter messbar und vergleichbar machen?
  • Zu guter Letzt fragt sich der CFO selbst, wie er kompetenter, interaktiver und ansehnlicher die Entscheidungen im gesamten Unternehmen besser macht. Wie kann ich meinen Mitarbeitern die notwendigen Kompetenzen vermitteln?

Gerade für den CFO und seine Controlling Abteilung ist erkennbar, dass aktuelle Konzepte und Methoden frei verfügbar sind. Einem besseren Fundament gehen mit oder ohne Budget zwei Notwendigkeiten voraus: Zeit und Interesse!

Beispiele gefällig?

 

Selbst haben wir ein Budget in die Hand genommen und sind bspw. neben FAST zertifiziert als Corporate Financial Planning & Analysis Professional (FP&A).

 

Modelle, Realität und das Real World Risk Institute

Nicolas Nassim Taleb hat es mit dem Real World Risk Institute getan. Der Autor, eine Koryphäe im Umgang mit Risiko und Ungewissheit, hat u.a. mit Robert Frey das Real World Risk Institute gegründet. Genau, das Institut für Risiken der echten Welt. Genau, eine Watsch’n für alle Quants und Professoren mit dem „habe komplexe Lösung, suche Problem“ Ansatz. Alleine der Name und das Mission Statement des Instituts ist ein Fundus für jeden Controller der die Zukunft planen oder forecasten möchte.

Ausgewählte Bücher von Nicolas Nassim Taleb

  • „Narren des Zufalls, die verborgene Rolle des Glücks an den Finanzmärkten und im Rest des Lebens.“ Jährlich fangen an der Wall Street 10.000 Analysten an und haben mit arbiträrem Portfolio eine 50/50 Chance besser zu sein als der Markt. Zu Beginn des zehnten Jahres haben statistisch zwanzig dieser 10.000 Analysten den Markt in neun konsekutiven Jahren geschlagen. Ein Segen an Geldregen ist die Folge, Bücher werden geschrieben, ursächlich war neunmal Zahl in Folge.
  • „Der schwarze Schwan: Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse“. Bis die ersten Briten den Fuß auf australischen Boden setzten, war der schwarze Schwan ein Fabelwesen. Ereignisse mit sehr geringer Eintrittswahrscheinlichkeit, großer Wirkung und im nachhinein meist einfach Erläuterbar werden in traditionellen Modellen konsequent unterschätzt. Das Black -Scholes Modell und der damit verbundene Aufstieg und Fall der Long Term Captial Asset Management dient als Beispiel. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kasino durch einen Tier-Angriff auf einen seiner Mitarbeiter mehrere hundert Millionen Dollar verliert? Sorry Roy!
  • „Antifragilität“: Das Gegenteil von zerbrechlich ist nicht robust, es ist ein System das durch Schaden stabiler wird. Homoöstase ist das Zauberwort, das Gleichgewicht in dynamischen Systemen reguliert sich. Standardisierte Systeme – wie eben eine Formel statt der Einzeldaten-Aggregation – haben ein inhärent höheres Risiko. Survival of the fittest. Antifragile Systeme wachsen, Gewichtheben führt Taleb als Beispiel an. Zweimal 50kg haben weniger Schock als einmal 100kg und weniger Wirkung. Der menschliche Körper passt sich an und regeneriert sich auf 105 kg Gewicht. Die Impfung ist ein antifragiles Konzept. Sie geht so weit, dass König Mithridates von Pontus sich aus Angst vor einer Vergiftung steigende Dosen Gift  zuführte und die Selbstvergiftung bei drohender Gefangennahme fehl schlug. Der Leibwächter musste mit dem Schwert die Order ausführen.

Taleb hat eine sehr ausschweifende Art zu schreiben und folgt stringent seinem Motto: „If you see a scam and don’t call it a scam, you are a scam“, frei übersetzt „Wenn Du betrügerisches Verhalten tolerierst, bist Du ein Betrüger“. Eine Anekdote: Die Subprime Krise hat er folglich gesehen, darauf hingewiesen und darauf gewettet. Der vorprogrammierte Ärger reichte bis zu Drohungen. Der Hinweis der New York Times sich bitte Bodyguards zuzulegen, hat Taleb insofern berücksichtigt, als dass er sich selbst zum Bodyguard hat ausbilden lassen. Amüsiert legt er aus, wie er als Konferenz-Speaker oft unerkannt blieb und beobachtete wie Teilnehmer ihre Rollkoffer im Aufzug aufs Zimmer nahmen, um sich danach ins Gym zu begeben.

Die Bücherliste bei Thalia und bei Amazon (kein Vertriebslink).

Das Mission Statement des Real World Risk Institute

Zurück zum Real World Risk Institute. Es bietet einen zwei und einen fünftägigen Kurs zum Thema. Die Auswahl der sechs Dozenten ist hochkarätig, der Ton wird nonchalant, versiert und auf den Punkt sein. Warum dem so ist? Das Mission Statement neigt in diese Richtung:

  • Verstehe Modell-Fehler bevor Du ein Modell benutzt
  • To talk the talk you also need to walk the walk
  • Wie man Risiko-Management ohne den ganzen Sch* betreiben kann
  • Wann und wenn wir modellieren, gehen wir von der Realität zum Modell und nicht vom Modell zur Realität
  • Nehme Risiken die du verstehst und versuche nicht Risiken zu verstehen die du nimmst
  • Risikoerziehung soll nicht den Regulierer beeindrucken, sondern Kompetenz im echten Leben vermitteln

Was bleibt da zu schreiben. Die Agenda liest sich wie die betriebliche Zukunft seriös und in kleinen Schritten gestaltet werden kann. Der FP&A Manager findet Ansatzpunkte für seine Szenarien und das dahinter liegende Risiko und Chancen Profil des Unternehmens.

 

To talk to talk you also need to walk the walk. Mission Statement Real World Risk Institute Klick um zu Tweeten

 

 

Seine Excel Produktivität mit KeyRocket erhöhen

Veodin aus Berlin hat neben seinem PowerPoint Flaggschiff SlideProof ein nettes kleines Spielzeug im Repertoire.

KeyRocket zeigt dem Nutzer, einmal installiert, mit welcher Tastenkombination die mit der Maus angeklickte Funktion erreichbar ist. Das macht erstens schneller und zweitens soll es gesundheitlich unbedenklicher sein. Als kleines Goodie können für einzelne Arbeitsschritte direkt über das Werkzeug Benutzer individuelle Shortcuts angelegt werden.

Wie gesagt, ein netter kleiner Life Hack für unbedarfte verbesserungswillige Controller. Das Tool ist ein wenig teuer, der kostenlose Testzeitraum lohnt die Installation.

Mehr zu KeyRocket hier.

Mehr zu SlideProof später.

Was macht ein gutes FP&A Team aus

Wie viel gutes das richtige FP&A Team leistet ist unbestritten. Es folgt eine kleine Anekdote abseits den 2.000 Amazon Büchern rund um „there is no I in team“. Die geforderte Selbstlosigkeit ist sicher berechtigt, der Spruch ist je nach Schriftweise schlicht falsch. Warum Ego und besonders die Zusammenstellung derer zählt, hat Tom DeMarco empirisch schon 1999 aufgezeigt.

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Das Buch „Wien wartet auf Dich. Der Faktor Mensch im DV-Management“ (Link zu Amazon)  ist ein Standard in der Software-Entwicklung, wie es die vom Author Tom DeMarco (Link zu Wikipedia) erfundene strukturierte Analyse auch ist. Neben vielen Hinweisen wie die damals junge Disziplin durch seine Umgebung optimal unterstützt wird, entfällt ein Kapital auf die Bewertung der Fähigkeiten der Entwickler. Die Ergebnisse sind auf die FP&A Abteilung übertragbar.

Das Test-Design umfasst ein Problem mittels Quellcode zu lösen. Der Quellcode sowie einige Variable werden bewertet und der Software-Entwickler auf einer relativen Skala eingeordnet. Das es gute und schlechte Programmierer gibt, ist nicht die Überraschung. Der Test wird stets mit zwei Programmieren eines Teams durchgeführt die unabhängig voneinander die Aufgabe lösen. Überraschend war, dass des gute und schlechte Programmierer gibt, der Abstand der beiden aus einem Unternehmen sich aber stets in Grenzen hält. Jedes Team spielt also in einer Liga, eigentlich logisch. Das ist ein empirisch fundiertes Fanal das gesamte Team auszubilden und zu fördern. Und die Ergebnisse sind stichhaltig. Bayern München spielt in der Champions League, weil es rigoros die besten Spieler aufs Feld stellt. Das kann durchaus Spieler aus der eigenen Jugend umfassen, wenn diese sich durchsetzen. Am anderen Ende – nennen wir es Kreisliga – schießt der beste Stürmer der Welt wenig Tore. Er wird rigoros mit den zur Verfügung stehenden Mitteln, Fouls, in die Verletzung oder höhere Liga gedrängt. Glücklicherweise bietet die FP&A Abteilung körperliche Unversehrtheit. Wer allerdings die Dynamik fortgeschrittener Planungs-Konzept kennen gelernt hat, dem wird eine klassische Budgetierung allein sicher auf das Gemüt schlagen.

Seien Sie also vorsichtig, wenn neue Mitarbeiter das Team verlassen und investieren Sie in eine schlagkräftige Mannschaft. Dann wird aus dem „i“ ein Team-„i“ und hält die richtigen Talente. Dann bleibt die Frage, wie gut das Management-Team die FP&A Inhalte verarbeiten kann. Das kann einen langen Atem erfordern, die Belastung in der Champions League ist auch eine andere als in der Kreisliga.

„Superforecasting“ – meine Lektüre zu Weihnachten

Im Silicon Valley steht Princeton für das technisch-unternehmerische und die University of California, Berkeley für die humanistische Seite dieser Tech-Region. Das Buch Superforecasting von Philip Tetlock blickt aus der Berkeley Perspektive auf die Vorhersagbarkeit der Zukunft. Ein erfrischendes Buch, mit Wirkung für jede Organisation.

Kernaussage: Gutes Forecasting ist erlernbar, dafür müssen Forecasts bewertet werden. So haben 2.800 freiwillige Forecaster die CIA Analysten um Längen geschlagen.

Das von der IARPA, der Intelligence Advanced Research Projects Agency, finanzierte Projekt, soll Entwicklungen der nahen Zukunft besser vorweg nehmen helfen. In den Ergebnissen der sehr fundierten Studie liegt ein immenser Wert für jedes Unternehmen und seine FP&A Abteilung. Einige Auszüge.

Edward Lorenz, Vater des Schmetterlingseffekts und Mitbegründer der Chaostheorie hat aufgezeigt, dass die Zukunft nicht Ergebnis eines Uhrwerks aus Ursache und Wirkung ist. Das massenhafte Mehr an Wissen und Rechenleistung in der heutigen Wissenschaft hat zu weniger sicheren Vorhersagen geführt. Ein Grund für „emergent Strategies“ und stetig aktualisierbare Forecasts und gegen die jährliche Strategie-Runden.

Umso wichtiger ist es dem Autor, klare Ziele und Treiber dorthin festzulegen und diese Ziele auch nachzuvollziehen. Ein Individuum, wie eine Organisation, lernt durch Feedback Schleifen. Viele Forecasts wie „Wahrscheinlichkeit eines maritimen Zwischenfalls zwischen Nord- und Südkorea in den nächsten drei Monaten“ können per Brier Skala bewertet werden. Tetlock’s Superforecaster haben über Jahre einen exzellenten Wert auf dieser Skala erreicht. Der Forecast eines Unternehmens ist folglich nicht gleichzusetzen mit den eher Szenario getriebenen Superforecastern. Die Forecast Lektionen sind mehr Grundlage besserer Treiber und bieten damit sicherere Umsatz-, Rentabilitäts-, etc.-Prognosen.

Je exponierter der Experte ist, desto schlechter sollen seine Vorhersagen sein. Einfache Aussagen und ein konsistentes Weltbild seien einfacher zu vermitteln und daher einfacher in der Medienlandschaft zu platzieren, als mit Unsicherheit behaftete differenzierte Betrachtungen. Ein gesamtes Kapitel verwendet der Autor auf die Rolle des CEO als exponierte Gallionsfigur des Unternehmens und wie diesem bessere Forecasts nutzen. Ein starkes Argument für den strategisch arbeitenden CFO.

Superforecaster benötigen kein tiefes Domänenwissen für eine treffende Prognose. Je weniger Ego in einer Prognose steckt, desto eher ist die treffend. Das ist eine der zehn Leitsätze:

  1. Wähle würdige Fragen, die durch Arbeit beantwortbar sind. Die nächste Kanzlerschaft ist prognostizierbar, die übernächste nicht.
  2. Teile und herrsche durch die Vorhersage von Teilproblemen. Dabei ist auf die Fragestellung abzuzielen.
  3. Balanciere interne und externe Sicht und starte immer mit der externen.
  4. Balanciere Unter- und Überreaktionen auf neue Fakten, kleine und stetige Veränderungen in der Prognose schlagen dabei große Umschwünge
  5. Betrachte beide Seiten: Argumente und Gegenargumente sind dabei schwer zu einer Synthese – Tetlock nennt das komplexe Geflecht den „Libellen-Blick“ – zusammen zu führen
  6. Zweifel sind angemessen, aber die Anzahl ist mit Maß zu wählen
  7. Balanciere Vorsicht und Entscheidungsfreude, falscher Alarm und „Misses“ sind kreativ zu vermeiden
  8. Suche Fehler in deinen Prognosen ohne verzerrt in den Rückspiegel zu schauen
  9. Kommunikation, Diskussion und Unterstützung einer Gruppe verbessern die Prognosefähigkeit jedes Einzelnen
  10. Balanciere widersprechende Fehler durch Erfahrung
  11. Lasse dich nicht von Leitsätzen leiten

Eine Rezension über das Buch bei der SZ.

Das Good Judgement Project von P. Tetlock besitzt ein Trademark. Sowohl Princeton als auch Berkeley sind eben doch Teil des Silicon Valley.

FP&A: globaler Trend oder alter Wein in neuen Schläuchen? Gastbeitrag von Larysa Melnychuk

Wir haben etwas neues ausprobiert: neues hören, dies diskutieren und Weine probieren. Für uns ein voller Erfolg. Unserem Gast, der Gründerin des London FP&A Clubs, hat es auch gut gefallen. Ihre Gedanken hat Larysa Melnychuk niedergeschrieben:

FP&A goes by many names. In Germany it is called “Controlling”. From my previous visits to Germany, I know that German Controllers are different from Accountants: they are forward-looking, analytical and often very technical in their approaches. Recently, I got a great opportunity to learn how FP&A is evolving in Europe’s strongest economy. I was invited to speak at the first FP&A/Controllers’ event in Hamburg that was organized by IMPLEXA . “It is going to be an unusual format”, Timo Wienefoet , the Managing Partner of IMPLEXA warned. “We will combine our FP&A discussion with wine tasting from a professional someliere”.

Interesting! I never tried this format before and was looking forward to the event. It appeared that FP&A discussion and wine tasting went very well together!

Having travelled the world in the last 2 years, I’ve noticed that the interest in modern Financial Planning and Analysis (FP&A) practices is extremely high in every part of the Globe. Germany was not an exception: I saw the same level of passion and curiosity in Hamburg as in many other places in Europe, the Middle East, Asia and the US.

WHAT is FP&A in Germany?

Many finance professionals in Germany are not familiar with this term yet. Controllers in Germany are very technical and often prefer “scientific” approaches in forecasting. Some of them even do not perceive Controlling as a Finance discipline. At the Hamburg event it was suggested, that the German “Controlling” profession is rather “inward looking” and transactional by nature. It has not yet reached its most strategic and influential level.

The German “Controlling” is rather “inward looking” and transactional. It has not yet reached its most strategic and influential level. Klick um zu Tweeten

In my view, the choice of the word “Controlling” does not fully reflect the flexible and dynamic nature of FP&A. A popular analogy of FP&A as a car was well received at the event: If Finance were a car, Financial Reporting would be the engine, FP&A would be

  1. the headlights (to see in front of you);
  2. the steering wheel (to set the direction);
  3. and the seat-belt (to save you when things go wrong!).
Quelle: Wikipedia (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:1986_Porsche_911_SC.jpg)

Quelle: Wikipedia 

WHY is a Value Adding FP&A Framework Important?

In our current volatile and uncertain business environment, we do not get enough time to adjust our course of actions when unexpected “black swans” and “perfect storms” arise. The future of FP&A lies in planning for value: decisions should be swift and dynamic. That is why the traditional planning process that is based on an annual budget, forecast and variance analysis is no longer effective today…

New Generation of FP&A Analytics is a game changer

Excel continues to be the #1 financial modelling tool on the planet. However, it is insufficient in our current business environment. The new generation of FP&A systems and BI tools move planning and analytics to a different level. During the discussion, we came to the following conclusions in relation to the FP&A models and systems:

  1. Driver Based Models lead to effective and efficient decision making and analytics
  2. The level of the planning detail is less important than speed and flexibility
  3. Finance responsibility for FP&A Systems is essential

FP&A People/ Controllers

Good professionals in this area are hard to find in Germany as anywhere in the world. This is not surprising, given that the following combination of skills is required:

  1. System thinking
  2. Abilities to see both the details and the “big picture”
  3. Business partnering and communication skills
  4. The ability to be both strategic and influential

In other words, as it was nicely summarised by one of my colleagues: “FP&A is the MIT or Harvard of the profession”. The traditional way of developing controllers in Germany has always been through “on job training and development”. This “learning by doing “ approach is strongly embedded in organisational cultures .

During the discussion Timo Wienefoet commented on the FP&A Certification from AFP : it may help to develop a winning combination of analytical, collaborative, strategic and influential skills in German controllers. By the way, Timo is the first certified FP&A professional in Germany.

Is Budgeting Dead?

It definitely is not in Germany. During the discussion we came to the following conclusions:

  • Some key historical weaknesses of traditional budgeting are that it is time consuming, biased and often inaccurate.
  • There is a need for new methods of planning and forecasting.

Are we ready to fully abandon the budget? Not completely. But we are ready to modify and modernise it, to make it fit for purpose.

FP&A Process Design

According to PwC, financial organizations that have successfully revamped their planning processes can today complete a forecast in two days or less and develop an annual budget in less than three months with three iterations or fewer. During the discussion we came to the conclusion that the planning process design depends on industry and product: it is up to the company to decide on planning horizons, level of detail, frequency of planning, etc. The most important thing is to create the planning process that allows company to be quick, flexible and dynamic.

 

FP&A/ Controlling is changing.

In order to succeed, organisations need to realise the full potential of modern analytics and dedicated planning systems. The amount of non-value adding activities should be minimised through automation and simplification. The new generation of analytical capabilities moves corporate performance management to the next level of development.

Organisations are competing through analytics. FP&A people should be well educated and ready for the challenges.

Epilogue

I was leaving Hamburg with a mixed feeling of excitement and enthusiasm. We live at the time of changes in our profession. Once again, I received a prove that FP&A trends are truly global. In order to survive, organisations will need to adopt new advanced analytical approaches to planning and forecasting. It means that we will continue to see more FP&A restructures and investments in people and systems. We will also continue to question the validity of traditional budgeting and variance analysis processes.

Because, as it was previously noted by Albert Einstein “you can never solve a problem on the level on which it was created.”

 

Vielen Dank Larysa..

Der CFO Indicator Report Q3 2015

Adaptive Insights geht als Software-as-a-Service CPM Marktführer mit über 2.800 Kunden weite Wege, um den Bedarf und die Herausforderungen seiner CFOs zu ermitteln. Liegt darin doch der Schlüssel zu Kundenzufriedenheit, Wachstum und dem anhaltenden Produkterfolg.

Der CFO Indicator Report wird quartalsweise erstellt. In diesem Herbst zeigt er, wie tiefgreifend die 435 befragten CFOs strategische Verantwortung übernehmen. Die Befragung umfasst Kunden CFOs wie CFOs, die Adaptive Insights nicht nutzen. Der Report ist in Englisch, unter diesem Link abrufbar,  folgend und zusammengefasst die Kernpunkte.

Ich kenne Analysten die Studien mit weniger Meinungen als @AdaptiveInsights befragten 435 CFOs publizieren. #BI #CPM Klick um zu Tweeten
  • 70% der CFOs sehen Datensilos aus finanzieller Sicht als eines der größten Probleme an. Der Weg zur einen Wahrheit ist lang.
  • Eine ganzheitliche Sicht auf das Unternehmen wird weiter stark eingefordert. Dreißig Prozent der CFOs haben Daten aus fünf oder mehr Quellen zu konsolidieren, siebzig verwalten mehr als drei Datenquellen.
  • Ein Drittel der CFOs erwartet mehr als 50% an Datenvolumen in den nächsten fünf Jahren, ein weiteres Drittel erwartet mehr als 25%. Selbst diese moderaten Raten sind herausfordernd für die Abteilung, Prozesse und Technologien im Einsatz.

Anbei zwei Auszüge zu den Prioritäten aus dem Report der unter diesem Link abrufbar ist. Die erste Grafik ist ein Benchmark für Forecast-Qualität, die zweite für die meist genannten Treiber in der Planung 2016.

Forecast GenauigkeitTreiber Planung 2016

Planung bei BARC und Gartner, ein Unterschied

CPM bei Gartner und Planung bei BARC unterscheiden sich vom Begriff her leicht. Das BARC führt bspw. den Begriff Performance Management in der Business Intelligence Kategorie, bei Gartner ist der Begriff von BI abgegrenzt durch eben die Planungsfunktionalität.

Erstaunlicher ist:

Bei Gartner sind die reinen SaaS Lösungen, neben Adaptive Insights sind das bspw. Host Analystics und Anaplan, seit Jahren die großen Visionäre im CPM Magic Quadrant. BARC listet keinen dieser Anbieter, weder in seiner Studie „Softwarewerkzeuge für die Planung„, noch in seinem „The Planning Survey 2015„.

Das ist umso verwunderlicher, da diese Anbieter in dem relevanten Bereich des deutschen Mittelstandes sich die oberen Treppchenenplätze bei den Critical Capabilities teilen.  Fußt eine Studie auf einer Anwenderbefragung, ist die nicht-Nennung erklärbar. Das entfällt zumindest für eine der beiden Studien. Ggf. sind die folgenden Ergebnisse gestaucht. Auch bei der Kundenzufriedenheit stehen die SaaS Lösungen weit vorne.