Einträge von Timo Wienefoet

Excel-Killer FP&A

Vor circa fünf Jahren zogen aus den USA Wolken mit den Schriftzügen FP&A und Excel-Killer auf. Der Begriff „Excel-Killer“ stand Anfang des Jahrtausends schon einmal im Raum. Der Certified Financial Planning & Analysis Professional war hingegen neu. Die moderne Generation flexibler Cloud Lösungen in Kombination mit der Emanzipation einer Zukunfts-Koordination im Controlling ist die Grundidee der IMPLEXA GmbH. Sie soll die Antwort auf die herausfordernde Transformation geben, vor der das Controlling stand und steht. Excel bleibt Teil des Werkzeugkastens während persönliche Fähigkeiten wie Kommunikationsstärke, Kreativität und Verständnis über die Zahlen hinaus, zu entwickeln sind. Auf der Skala kritischer Erfolgsfaktoren steht das Skillset noch stets vor Systemen. Im Rauschen der sozialen Werbeplattformen geht diese Erkenntnis noch häufig unter.

Systeme als Excel-Killer?

In Chicago haben vor kurzem über 7.000 FP&A’ler und CTP’ler persönliche Werdegänge und die Entwicklung des Berufsbildes besprochen. Die Diskussion erstreckte sich unter anderem auch, abseits der Systemanbieter und großen Beratungshäuser, auf die Controlling-Systeme. Diese befreien als automatisierte Umsetzung eines konsistenten Konzeptes die Abteilungen von lästigen Aufgaben. Lästig bedeutet in diesem Zusammenhang meist „in Excel” und nicht „wegen Excel”. Bei dynamischen Marktbedingungen entsteht der Druck zur Veränderung über die Strategie bis hinunter zum Tagesgeschäft. Das Controlling begleitet in dieser Zeit die fachliche Bewertung der Veränderungen und die Umsetzung in den operativen Systemen. Fehlt es dem Controlling- oder FP&A-System an Flexibilität, ist Excel der so oft beschriebene Ausweg. Wird dann jedoch eine Schmerzgrenze erreicht, werden Teile aus Excel in ein neues System migriert. Fehlt es diesem an Flexibilität, beginnt der Zyklus wieder von vorne.

FP&A als Excel-Killer?

Die Corporate Certified FP&A Professional-Prüfung passt sich geänderten Anforderungen an. 2018 wurden verstärkt technische Themen in den Prüfungskanon aufgenommen. Wohlgemerkt sind viereinhalb der acht Stunden Prüfung mittels Tabellenkalkulation zu absolvieren.

FP&A und Systeme sind also kein Excel-Killer. Das ist wenig überraschend, denn Excel ermöglicht wie kein zweites Werkzeug Informationen zu verbreiten und zu teilen. Hervorzuheben ist weiterhin die Möglichkeit zur strukturierten Konzeption, die für ein effektives und effizientes Controlling unerlässlich ist!  
Der Excel-Kristallisationspunkt liegt zum einen im Aufbau der Kompetenz und zum anderen in der Möglichkeit der Konzeption eines einheitlichen Frameworks, mit welchem die Kommunikation der Unternehmenszukunft koordiniert wird. Die Umsetzung sollte ab einer gewissen Komplexität in eine einheitliche Lösung migriert werden, die flexibles und benutzerfreundliches Datenmanagement betreibt.

Killer Fit?

Excel hat optimale Einsatzszenarien. Diese werden mitdefiniert durch die Excel- und Konzeptionskompetenz der Abteilung. Ab einer höheren Komplexitätsstufe gibt es passendere Werkzeuge, die flexibel und ohne Aufbau technischer Kompetenz von fortgeschrittenen Excel-Nutzern aufgesetzt werden können. Der Fit sollte auf eine optimale Unterstützung der Zielerreichung abzielen.

Die Produkte der IMPLEXA GmbH zeigen neue Fits auf und unterstreichen so die Innovationsführerschaft in den Bereiche FP&A und Cloud Controlling. Dies führt den eingeschlagenen Weg über die bereits erfolgten DACH Innovationen als erster Adaptive Insights Partner und Certified FP&A Professional fort. Statt einen „Kill” zu liefern sollen die Produkte einen fitten Controller-Arbeitstag bringen.

Die Professionalisierung Excel intensiver Prozesse ist Kern des adaptierbaren Produktes xlProof. Die Optimierung von prozessbezogenen Excel-Dateilandschaften wird mit individueller und abteilungsweiter Schulung durch unseren erprobten Standard kombiniert. Das individuelle Training sichert hierbei den Erfolg der gesamten Abteilung, das Gruppentraining ein einheitliches System der Arbeit in Excel.

Als erster DACH Partner von Adaptive Insights freut uns die Übernahme des Cloud Controlling Marktführers durch workday. Die komplette Controlling Suite steht für eine aktive Planung. Der 2015 von Gartner getätigte Spruch „Leader in Ease of Use, Customer Satisfaction and lower than expected implementation costs” gilt heute weiterhin für die fast 5.000 Kunden.

Warum nicht mal die Inhalte einer Excel Datei als App darstellen und teilen, statt in einer E-Mail mit Excel Anhang? Genau das ermöglicht Open as App in Minuten. Die sichere Transformation einer Excel Datei zu einer App nutzt vorhandene Formeln und Grafiken und ermöglicht die Eingabe anderer Werte. Zu den weiteren Funktionalitäten zählen Unterschrift, automatisierte Analyse, Umfragen und eine typisch angenehme Usability: tippen auf eine Mail öffnet diese, tippen auf eine Telefonnummer sorgt für einen Anruf.

Zu guter Letzt gilt es den Führungsanspruch und die Beteiligung an der strategischen Diskussion in einer volatilen Welt zu untermauern. Ein gutes Beispiel liefert hierfür unser flow-Produkt. Dieses bietet ein detailliert ausgearbeitetes Konstrukt zur kontinuierlichen und angemessenen Transformation, indem der iterativen Prozesserhebung in flowcases ein Transformations-Rahmenmodell beiseitegestellt wird und Prozesse dadurch einer steten Steuerung unterliegen.

Technologie vs Kompetenz, FP&A Schwerpunkte in Übersee

In den USA verschiebt sich die Technologie vs Kompetenz Priorisierung der FP&A Abteilung. Statt “Robotorisierung” zeigte ein Panel auf der FinNext – eine der größten Konferenzen zum Thema –  andere Schwerpunkte. 

Etwa 30 Leiter FP&A und Controlling sorgen für eine gute Übersicht der aktuellen Schwerpunkte in Übersee. Diese scheinen sich wenig von denen hier zu unterscheiden (Vergleiche dazu BARC). Im Detail eröffnet sich ein grundlegender Unterschied: in den USA scheint das „People Business“  gegenüber den technischen Fragestellungen an Priorität zu gewinnen. Sind wir in deutschen Landen einfach schon weiter?

Neue Technologien
begrüßen?

Die Roboter sind fern, KI und RPA sind m.W. lediglich bei Boeing in einem Piloten umgesetzt.  Sonst herrscht Achselzucken, offensichtlich handelt es sich weiter um “Top Notch” Strategie Themen. Es fehlt an Use Cases und es fehlt weiter an Ressourcen für die Einführung jedweder Software.

Drängendere Herausforderung scheint eine weitere Ermüdung des Personals zu vermeiden. Dauernde Restrukturierungen und IT-Transformationen brennen aus, besonders diejenige die mit der steuerungsrelevanten Aufbereitung und Abbildung befasst sind.

Traditionelles Change
Management?

Die traditionelle Antwort auf Widerstand aus der Organisation sind bspw. Arbeitskreise: abholen, zuhören, durchsetzen. Der Baukasten enthält weiteres:

  • Unterstützung durch das Management: sind leitende Führungskräfte an Bord und bspw. an KPIs interessiert, ist das ein guter erster Schritt.
  • Quick Wins: mit kleinen, schnellen ersten Schritten wird Lust auf mehr gemacht.
  • Ressourcen: dauerhaft einplanen für die Verankerung in der Organisation. 

Dicke Bretter, neue Bohrer?

Interne Influencer können Türen öffnen und die zentralen Kollegen auf den Wandel vorbereiten. Auf Wanderschaft durch die Konzernflure geht der „Influencer“ spielend mit der neuen Technologie um und lebt den neuen Prozess vor. Wichtig: wird das frühe Feedback der internen Kunden strukturiert aufbereitet und integriert, kann eine qualitativ hochwertigere Lösung enstehen. 

Business Partner Piloten kosten Zeit. Werden die Kollegen vor den Schulungen in Design und Analyse eingebunden, könnte diese Zeit für Diskussion und Feedback gut investiert sein. Das Interesse an der Integration weiterer Datenquellen ist bspw. ein frühes Indiz für die Akzeptanz der Lösung. Die Planung der nächsten Schritte gibt Zuversicht in die Berücksichtigung lokaler Anforderungen. 

Die Integration in einem „Best of Breed“ Ansatz stärkt die fachliche Zusammenarbeit und schärft das Profil der Systeme. Kleine gemeinsame Piloten zeigen auch technisch die Stärken der  System-Kooperation auf. Warum nicht Treiber wie verschiedene Inflationsraten in der Szenario-Planung erheben und diese an eine KI Plattform übermitteln. Das Ergebnis sind bspw. vom Wachstum abhängige Umsätze einzelner Geschäfte, die in die Planung zurückgespielt werden.

Selbst die Excel-Verfechter waren sich einig, dass Tabellenkalkulationen hier nicht der richtige Weg sind. 

Ob der Autor mit seinen 40 Lenzen die jungen Wilden repräsentiert, sei dahingestellt. Ein diverses Team sollte digitales Talent beinhalten und sich auch außerhalb des Unternehmens informieren. Ist das schwer zu erhalten, kann ein internes Mentoring sowohl FP&A Know How verteilen wie digitales Know How einholen helfen. 

Daten sind kein Selbstzweck und mit einer Datenbank oder gar einem Meer an Daten ist noch keine Frage beantwortet. Betreiben Sie ein aktives Erwartungsmanagement bei der Datenhaltung? Systeme entgleisen und entwickeln ein Eigenleben, wenn die übergeordneten Strukturen und Konzepte fehlen. Also: kein System ohne Konzept und Master Data Management Dokument. Beide sind zwingend intern abzustimmen und sollten vor einem Projekt definiert sein. 

Lebendige Systeme

Wird ein System verwaltet und entwickelt sich nicht, ist sein Zenit erreicht. Das System verwaltet an Stelle eine flexible, aktive Steuerung zu ermöglichen. Mit Blick auf die Zukunft sollten diverse Maßnahmen zumindest im Rahmen des bestehenden Systems andiskutiert werden. Ist die Umsetzbarkeit nicht gegeben, lohnt sich die grüne Wiese mit Hinweis auf Sunk Cost. Es besteht die Gefahr, dass der Forecast zum Selbstzweck an Stelle eines Aktionsplans Zukunft verkommt. 

Schlussendlich ist die Steuerung und Koordination zukünftiger Performance eine Aufgabe die durch FP&A mit Unterstützung von Technologie durchgeführt wird. Gut, dass das Skillset dafür in den Mittelpunkt rückt.

Plan to Win

Heute mache Ich Sie auf das neue Buch “Plan to Win ” aufmerksam. Das Buch wurde von Adaptive Insights, a workday company in Auftrag gegeben.

Agilität im betrieblichen Alltag ist eine dringende Priorität geworden. Auf 80 Seiten findet sich ein Appell an Unternehmen zu agiler Planung, hier genannt aktive Planung.  Strategiefindung, -planung, und -ausführung hat sich an das Geschäftsumfeld anzupassen und das stellt die Reaktionsfähigkeit auf die Probe. Sie finden 

  1. gesammelte Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit Tausenden von Unternehmen;
  2. Erkenntnisse von CFOs, Praktikern und anderen Meinungsführern und
  3. umfangreiche Statistiken, wie sich die Planung auf die Geschäftsleistung und -leitung auswirkt.

Das Buch steht mit Registrierung kostenfrei hier zum Download bereit oder kann hier käuflich erworben werden.  

Sie finden hier eine Zusammenfassgunf (pdf, 450kb). 

 

“Plan to win” spannt den Bogen zwischen Planung und Agilität. 

Das erwartet Sie auf ca. 80 Seiten:
  • A short history of planning and execution
  • Why planning and execution is a natural instinct (and how it’s changing)
  • Why static planning doesn’t work anymore – too top-down, slow,
  • Active planning: a new model for business agility redefining planning and execution
  • The central role of finance in business agility as the new master orchestrators
  • Driving better planning throughout the organization by changing culture, behavior, and technology
  • Integrating sales operations for business agility
  • Integrating workforce management for business agility
  • Integrating project planning for business agility
  • Agility, AI, and machine learning, preparing to capitalize on the future
  • The disruptive power of business agility – What tomorrow’s winners look like

Bessere Planer, Hexenwerk?

Das dritte Quartal, Endspurt für das laufende und Hoch-Zeit für das kommende Budget. Woher stammt eigentlich die Aussage, dass monatlich zwei Stunden Planung Best Practice sind? Es klingt ironisch, dass der Ausweg ein rollierender, also öfter zu wiederholender Forecast sein soll. Steve Morlidge hat dazu gute Bücher geschrieben und auf dem Adaptive Insights Event in […]

Elastische Hypercubes & Innovationen bei Adaptive Insights

Innovationen haben bei Adaptive Insights eine lange Tradition. In diesem Monat wird mit der zum Patent angemeldeten Elastic Hypercube Technology ein neues Kapitel aufgeschlagen. Die frühe Festlegung auf eine Cloud only Strategie hat es einfach gemacht, neue Funktionen für Nutzer reibungslos integriert auszurollen. Einige bahnbrechende Technologien oder nicht minder wichtige Verbesserungen in der Benutzerfreundlichkeit haben […]

Digitale Transformation im Rechnungswesen und Controlling

Dürfen vier Jahre alte Studien zur digitalen Transformation heute noch zitiert werden? 2014 war laut MIT das Jahr mobiler Kooperation und McKinsey das Rechnungswesen zu einem Drittel als „mit verfügbaren Mitteln automatisierbar“ deklariert. Vom Controlling wird im Spannungsbogen von Big Data Potentialen und Fachkräftemangel Flexibilität, Verständnis für das Geschäftsmodell und eine strategische Unterstützung erwartet. Das […]

Die AFP Budget Umfrage 2017 und eine Künstler-Anekdote

Früh ist ein Kölsch und früh wird es in der Hochsaison vieler Konzerne dunkel. Unter dem Weihnachtsbaum liegt das fertige Budget, veraltet bevor mit guten Vorsätzen eine Woche später das neue Jahr beginnt. Während die Effekte der rheinischen Braukultur hinlänglich bekannt sind, ist die Relevanz des Budgets umstritten. Eine Studie der Association for Financial Professionals […]